Schmerzforschung

Gegen Schmerzen wirken Cannabinoide teils ähnlich gut wie manch zugelassenes Medikament (Martín-Sánchez et al., 2009). Besonders eignet es sich zur Therapie chronischer Schmerzen, die auf Nervenschäden zurückgehen (Rahn & Hohmann, 2009). Oft gibt es für diese Patienten keine andere wirksame Therapie oder Arznei mehr.

Der therapeutische Einsatz von Cannabinoiden in der Behandlung bestimmter chronischer Schmerzen ist heute, durch Daten gut belegt, in vielen Fällen eine zweckmäßige und unverzichtbare Option. Als zusätzliche Therapieoption vor allem bei chronischen Schmerzzuständen wie Tumorschmerz, HIV-bedingte Nervenschmerzen oder Spastik bei Multipler Sklerose leisten Cannabinoide hervorragende und weitgehend nebenwirkungsarme Dienste. In den vergangenen Jahren wurden zunehmend qualitativ hochstehende, randomisierte, kontrollierte, klinisch-wissenschaftliche Untersuchungen zum schmerztherapeutischen Nutzen von Cannabinoiden durchgeführt.

So zeigt etwa eine kanadische Studie aus dem Jahr 2011, dass sich das synthetische Cannabinoid Nabilone bei MS-Patienten mit neuropathischen Schmerzen als wirksame und gut verträgliche Additivtherapie zu Gabapentin erwiesen hat. Inzwischen ist ein sehr breites Wirkungsspektrum belegt: THC wirkt auch bei bestimmten Neuropathien infolge einer HIV-Infektion, Multipler Sklerose, dem Querschnittssysndrom oder anderen spastisch bedingten Schmerzen. Außerdem gibt es vielversprechende Hinweise auf Potenzial dieser Arzneimittel in der Behandlung verschiedener chronisch-entzündlicher Erkrankungen, wie Rheumatoider Arthritis oder chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen. Besonders synergetisch ist die Kombination von THC mit einer klassischen Opioid-Therapie. Anders als Opioide führen Cannabinoide auch bei Überdosierung zu keiner potenziell lebensgefährlichen Atemdepression und auch zu keiner Unterdrückung der wichtigen Abwehrfunktion gegen infektiöse Keime.

Weitere Informationen unter: http://www.derstandard.at/1316733390710/Cannabinoide-als-unverzichtbare-Option

Chronische Schmerzen

Cannabinoide sind vor allem bei (chronischen) neuropathischen Schmerzen und Schmerzen bei MS wirksam, hingegen schlecht oder unwirksam bei akuten Schmerzen. In einer Parallelgruppenstudie mit gerauchtem Cannabis bei 50 Patienten mit HIV-assoziierten neuropathischen Schmerzen reduzierte Cannabis die Schmerzen im Mittel um 34 % (versus 17 % unter Placebo). In der Cannabisgruppe trat bei 52 % eine Schmerzreduzierung > 30 % (24 % in der Placebogruppe) ein.

In einer kreuzkontrollierten Studie (n = 24) reduzierte Dronabinol (bis 10 mg/d) MS-bedingte Schmerzen im Mittel um 3 Punkte (Skala von 0–10), verglichen mit 0 Punkten unter Placebo. Kleine kontrollierte Studien ergaben Hinweise darauf, dass Cannabinoide auch bei chronischen Schmerzen anderer Ursachen (Tumorschmerz, Rheuma, Fibromyalgie) wirksam sind.

Weitere Informationen unter: https://www.aerzteblatt.de/pdf.asp?id=127598

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