Neurologische Symptomatik

Die neuroprotektive Wirkung von CBD

Der Cannabisforscher und Pharmazeut Prof. Raphael Mechoulam, der Entdecker des Endocannabinoid-Systems des Nervensystems, hat aber bereits Fakten einer In-vitro-Studie aufgelistet, die die neuroprotektive Wirkung von CBD bei zerebraler Ischämie, Typ-1-Diabetes, Angst, rheumatoider Arthritis sowie bei Krebs zeigen. Seine Kollegin Dr. Teresa Iuvone hat zudem das therapeutische Potenzial von CBD bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer, multipler Sklerose und Parkinson betont, mit dem Vorteil des Fehlens psychotroper Nebenwirkungen.

Weitere Informationen unter: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1365-2125.2012.04341.x/full und http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1755-5949.2008.00065.x/full

Cannabinoide zur Genesung nach einem Schlaganfall

Die neuroprotektive Wirkung von THC, CBD und anderer Cannabinoide wurde bereits in einigen Grundlagenstudien erforscht. So wurde in mehreren Studien gezeigt, dass THC, CBD und verschiedene andere Cannabinoide während und nach dem Auftreten eines ischämischen Schlaganfalls (IS) bzw. Hirninfarkts eine neuroprotektive Wirkung ausüben. Cannabinoidtherapien scheinen in der Lage zu sein, Entzündungen und oxidativen Stress aufgrund eines ischämischen Schlaganfalls erheblich zu mindern. Vor allem CBD ist im Hinblick auf seine neuroprotektive Fähigkeit bei ischämischen Schlaganfällen ausführlich erforscht worden. Dabei hat sich herausgestellt, dass CBD die Durchblutung des Gehirns nach einem ischämischen Schlaganfall erhöht und hierdurch das Ausmaß des Infarkts abschwächt. Im Gegensatz zu THC, das bei mehrfachen Dosierungen eine Tendenz zu geringerer Effektivität zeigt, bleibt CBD selbst dann noch wirksam, wenn es vierzehn Tage lang mehrmals verabreicht wird. Aus diesem Grund wird ihm in diesem Forschungsbereich ein größeres therapeutisches Potenzial bescheinigt als THC. Außerdem kann CBD nachweislich Entzündungen vermindern, die durch die Freisetzung von Interleukin-1, Stickoxid und Tumornekrosefaktor-a als Folge eines ischämischen Schlaganfalls verursacht werden.

Weitere Informationen unter: http://www.mdpi.com/1424-8247/3/7/2197

Epilepsie bei Kindern

GW Pharmaceuticals hat gerade in klinischen Studien mit Kindern positive Ergebnisse von Medikamenten auf Basis von CBD-Extrakten gezeigt. Cannabidiol (CBD) hatte eine positive Wirkung auf bestimmte Formen von Epilepsie wie dem Dravet-Syndrom und dem Lennox-Gastaut-Syndrom.

So konnte Cannabidiol die Krampfanfälle bei Kindern mit epileptischen Störungen reduzieren, die durch diese Erkrankungen verursachten Schäden verringern und die Lebensqualität verbessern. Die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) prüft gerade, ob eine Zulassung als Medikament in Betracht kommt. Bei einer positiven Prüfung durch die Food and Drug Administration würde CBD in den USA als Medikament zugelassen und aus dem amerikanischen Suchtmittelrecht entfernt werden.

Weitere Informationen unter: https://www.washingtonpost.com/news/wonk/wp/2017/04/04/a-promising-childhood-epilepsy-treatments-biggest-hurdle-marijuana-laws/?tid=sm_tw&utm_term=.8a1fa1767aa0

Dravet-Syndrom

Das Dravet-Syndrom ist eine relativ seltene frühkindliche Epilepsie. In einer in einer Phase 3-Studie des britische Hersteller GW Pharmaceuticals konnte 2016 gezeigt werden, dass Cannabidiol die Anfallfrequenz bei Kindern mit Dravet-Syndrom senkt. Die 120 Teilnehmer, wurden zu Beginn der Studie mit im Durchschnitt drei anderen Antiepileptika behandelt, nachdem sie zuvor bereits mit vier anderen Wirkstoffen erfolglos behandelt worden waren. Die Kinder waren im Durchschnitt 10 Jahre alt, 30 Prozent waren jünger als 6 Jahre. Zu Beginn der Studie litten die Teilnehmer im Durchschnitt unter 13 Anfällen pro Monat. Während der 14-wöchigen Behandlung mit Epidiolex (Dosis: 20mg/kg/die) ging die Frequenz um 39 Prozent zurück.

Das Präparat wurde von der US-Arzneibehörde als förderungswürdiges „Orphan Drug“ eingestuft und der Hersteller darf dank einer „Fast Track Designation“ auf eine baldige Entscheidung der FDA hoffen. Bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) besteht eine Orphan Drug Designation für die perinatale Asphyxie, einer weiteren angestrebten Indikation. GW Pharmaceuticals führt derzeit zwei weitere Phase 3-Studie zum Lennox-Gastaut-Syndrom und eine zur Tuberösen Sklerose durch.

Weitere Informationen unter: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/66041/Dravet-Syndrom-Cannabis-Wirkstoff-senkt-Anfallfrequenz-bei-angeborener-Epilepsie

Spastik

Im Jahre 2011 wurde von Novotna et al. eine große Studie zur Behandlung der Spastik bei Multipler Sklerose publiziert, die in der Folge zur Zulassung des Extraktes in dieser Indikation in Deutschland führte. Von 572 Patienten, die primär in die Studie eingeschlossen wurden, sprachen 272 Patienten (47,6 %) während einer vierwöchigen einfachblinden Behandlung auf die Therapie an (= Reduktion der Spastik um > 20 %) und nahmen anschließend an einer zwölfwöchigen, doppelblinden, placebokontrollierten zweiten Studienphase teil (enriched-design). Im Vergleich zu Placebo verbesserte der Cannabisextrakt Spastik, Spasmenhäufigkeit und Schlafqualität signifikant.

Weitere Informationen unter: https://www.aerzteblatt.de/pdf.asp?id=127598

Multipler Sklerose

Die erste österreichische Studie zum Einsatz von Cannabis bei Multipler Sklerose wurde an der Neurologischen Abteilung der Innsbrucker Universitätsklinik durchgeführt. Klinisch austherapierten Multiple Sklerose Patienten, die über Jahre Medikamente gegen Spasmen erhalten haben, und bei denen diese Präparate keine Wirkung mehr erzielten bzw. die Nebenwirkungen überhand nahmen, wurden in einer Doppelblindstudie mit einem synthetischen Cannabinoid behandelt. Alle Patienten, obwohl klinisch austherapiert, zogen erkennbaren Nutzen aus dem neuen Cannabispräparat. Die Studienteilnehmer berichteten von einer deutlichen Abnahme der Spasmen, gaben an, die Nacht wieder durchschlafen zu können – was vielen jahrelang verwehrt geblieben ist – und waren laut eigenen Berichten auch seelisch und somit stimmungsmäßig „aufgehellt“.

Weitere Informationen unter: http://sciencev1.orf.at/news/13761.html

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