Cannabis ist eine wahre Chemiefabrik

Immer mehr Studien beschäftigen sich mit möglichen Einsatzgebieten von Cannabis in der Medizin. Die Cannabinoide Tetrahydrocannabinol (THC) und das nicht berauschend wirkende Cannabidiol CBD) werden bereits als Monosubstanzen eingesetzt. In der Debatte über Monosubstanzen versus ganzer Pflanzenextrakte haben Wissenschaftler mehrmals darauf hingewiesen, dass das Zusammenwirken aller Bestandteile der Cannabispflanze zu einer besseren Wirkung und Verträglichkeit führt. Die wichtigsten Themen zusammengefasst:

  • Mediziner wie Cannabisforscher fordern die Cannabisblüte in der Medizin als Rohmaterial, um daraus standardisierte Extrakte herzustellen.
  • Natürliche Substanzen sind dem Körper und seinen biologischen Abläufen näher als chemisch produzierte
  • Das Team der Medical Cannabis Research & Analysis entwickelt bereits Hanfsorten mit einer speziellen prozentuellen Verteilung von Cannabinoiden und Inhaltsstoffen.
  • Cannabisextrakte als Alternative: standardisierte Pflanzenextrakte sind für Patienten leistbarer.
Cannabis

Cannabisblüte – breites Wirkungsspektrum, kaum Nebenwirkungen
Die Ergebnisse der vorliegenden Cannabisforschung geben Hinweise darauf, dass sich die Wirksamkeit und der therapeutische Nutzen der Cannabispflanze nicht auf Einzelsubstanzen oder synthetische Derivate beschränken lassen. Eine natürliche Substanz ist dem menschlichen Körper und seinen biologischen Abläufen näher als eine rein chemisch produzierte Substanz. In Studien mit rein synthetischen Cannabinoiden wurde gezeigt, dass Nebenwirkungen auftreten können, die bei natürlichen Cannabinoiden nicht auftreten. So hat THC bei Dronabinol wie alle Monosubstanzen den Nachteil, dass alle anderen potenziell wirksamen Cannabinoide nicht zur Anwendung kommen.
Mediziner wie Cannabisforscher fordern daher die Cannabisblüte in der Medizin als Rohmaterial, um daraus standardisierte Extrakte mit normierten Werten zu produzieren. Die Blüte besitzt mit 80 Cannabinoiden und 500 Inhaltsstoffen ein breiteres Wirkungsspektrum und lässt sich einfach verwenden. Wird die Blüte in der Medizin – so wie in Israel und Deutschland – erlaubt, können Apotheker standardisiert und leistbar einen Extrakt herstellen. Das Team der Medical Cannabis Research & Analysis entwickelt und produziert bereits Hanfsorten mit einer speziellen prozentuellen Verteilung von Cannabinoiden und Inhaltsstoffen. Daraus kann ein Extrakt hergestellt werden, dass von Ärzten zielgerichtet eingesetzt und dosiert werden kann.

Rudolf Brenneisen, Professor für Pharmazie       „Man spricht heute viel vom psychoaktiven Tetrahydrocannabinol und dem nicht berauschend wirkenden Cannabidiol, die als Monosubstanzen eingesetzt werden. Der Fokus auf den Hauptwirkstoff ist aber nur die halbe Wahrheit: Bis jetzt sind uns 500 Inhaltsstoffe der Cannabispflanze bekannt, dennoch nimmt man einen Hauptwirkstoff heraus. Monosubstanzen haben aber den Nachteil, dass alle anderen potenziell wirksamen Cannabinoide nicht zur Anwendung und Wirkung kommen, denn Cannabis ist eine wahre Chemiefabrik.“

Rudolf Brenneisen, Professor für Pharmazie

 

Vielstoffgemische zeigen bessere Wirkung
Pflanzenextrakte haben gegenüber Monosubstanzen weitere Vorteile:

  • In Studien konnte gezeigt werden, dass für den entzündungshemmenden Effekt nicht alleine THC verantwortlich ist und dass ein Vielstoffgemisch von Cannabis bedeutsame Ergebnisse liefert.
  • Reinsubstanzen zeigen zwar entzündungshemmende Wirkungen, Extrakte erzielen aber die signifikanteren Ergebnisse. Die Ergebnisse sind deutlich einheitlicher und zuverlässiger als die der einzelnen Cannabinoide.

Damit bestätigt sich ein in der Phytotherapie bekanntes Phänomen: Standardisierte Pflanzenextrakte, also Vielstoffgemische, zeigen eine bessere Wirksamkeit als Präparate, die nur einen Reinwirkstoff einer Pflanze enthalten.

Cannabisextrakte als leistbare Alternative
Ein weiterer Aspekt ist ein wirtschaftlicher: Heute müssen Medikamente rigorose, teure und langwierige Tests durchlaufen, um die Zulassung der zuständigen Behörde zu bekommen. Eine Pflanze kann hingegen nicht patentiert werden, was bedeutet, dass eine Nutzung standardisierter Pflanzenextrakte die für den Patienten und Steuerzahler kostengünstigere Alternative ist.

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