Hanf

Die Hanfpflanze ist eine der ältesten Nutz- und Zierpflanzen der Welt. Die langen stabilen Fasern der Stämme fanden Einsatz bei der Herstellung von Seilen und Kleidungsstoffen. Die Samen dienten als Nahrungsmittel. Bereits vor 3500 Jahren wurde Hanf als Heilmittel eingesetzt und war die bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts weltweit am häufigsten angebaute Nutzpflanze. Bereits von Hildegard von Bingen wurde Cannabis als Heilmittel beschrieben. Man deckte Wunden mit Cannabisblättern ab, benutzte Hanf gegen Gicht, Malaria, Rheuma oder bei psychischen Beschwerden. Schon im 19. Jahrhundert waren nahezu alle Anwendungsgebiete bekannt, die auch heute diskutiert werden.

Obwohl die jahrtausendealte Heilpflanze enormes medizinisches Potenzial birgt, ist Cannabis in vielen Ländern wie auch in Österreich nach wie vor als Suchtmittel stigmatisiert. Es ist Patienten zwar möglich, synthetisch und halbsynthetisch hergestellte Medikamente auf Cannabisbasis wie Dronabinol und Sativex zu erhalten. Doch die Präparate sind für viele Schmerzpatienten unerschwinglich.

Stigmatisierung

Grund für die Stigmatisierung von Cannabis sind die internationalen Konventionen, vor allem die Single Convention on Narcotic Drugs der Vereinten Nationen aus dem Jahr 1961. Auch Österreich hat diese Konvention ratifiziert und ist seither ein Vertragspartner. Die Single Convention on Narcotic Drugs besagt, dass die Vertragspartner alle erforderlichen Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen zu treffen haben, um die Gewinnung, Herstellung, Verwendung und Veräußerung von Suchtgiften auf medizinische und wissenschaftliche Zwecke zu beschränken. Ein Anbau zu medizinischen und wissenschaftlichen Zwecken ist damit grundsätzlich möglich und auch vorgesehen. Der Freizeitkonsum von Cannabis wird hingegen nicht unterstützt. Cannabis wurde in der Single Convention on Narcotic Drugs denselben Einschränkungen wie Heroin unterworfen. Das Abkommen stellt bis heute die wichtigste Grundlage für die meisten nationalen Gesetzgebungen dar. Der Suchtkontrollrat der UNO beeinflusst dabei die Gesetzgeber maßgeblich.

Rechtslage

Eine Liberalisierung von Cannabis als Medizin steht in Österreich noch aus. Eine Heilbehandlung mit natürlichen Cannabisblüten ist in Österreich illegal. Zulässig ist nur die Behandlung mit synthetischem Cannabis, zumeist in Form von Dronabinol, und seit 2016 mit Extrakten aus natürlichem THC für medizinische Zwecke. Beides ist aber für chronische Schmerzpatienten schlicht nicht leistbar, da sich Dronabinol nicht im Erstattungskodex der Krankenkassen befindet. Anders als Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) unterliegt Cannabidiol (CBD) als nichtpsychoaktive Substanz nicht dem Suchtmittelgesetz.

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