Medizinalhanf

Die pharmakologische Wirkung von Cannabinoiden ist noch nicht vollständig aufgeklärt. An der Entschlüsselung der komplexen Wirkweise von Cannabis wird noch geforscht. Erst 1988 entdeckte man körpereigene Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn (CB1) und wenig später in der Peripherie des Körpers (CB2). Damit besitzt der Mensch ein eigenes Cannabinoidsystem im Körper, das sehr gut auf die natürlichen Cannabinoide abgestellt ist. Ein Großteil der Cannabiswirkungen wird den gefundenen Rezeptoren zugeschrieben.

Die Cannabisblüte besitzt mehr als 80 verschiedene Cannabinoide mit unterschiedlichsten Wirkungsspektren und lässt sich für therapeutische Zwecke einfach verwenden, sei es in Form von Tropfen, Tees oder Kapseln, aber auch Vaporisieren (Verdampfen) und Inhalieren werden empfohlen.
Mittlerweile ist eine Vielzahl therapeutischer Anwendungsmöglichkeiten von Cannabis untersucht. Besonders gut belegt sind muskelrelaxierende, beruhigende, stimmungsaufhellende, appetitanregende, übelkeitshemmende, schmerzstillende, bronchienerweiternde und augeninnendrucksenkende Wirkungen.

Charakteristik

Die weiblichen Blüten von Cannabis sativa L. haben einen starken, würzig-stechenden Geruch. Der klebrige Eindruck beim Anfassen wird durch die vielen Harztröpfchen vermittelt, in denen die wirksamen Inhaltsstoffe angereichert sind. Die pharmakologisch bedeutenden Inhaltsstoffe im Cannabisharz sind die sogenannten Cannabinoide. Die wichtigsten Substanzen für die psychotrope Wirkung sind Tetrahydrocannabinol und Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC). Cannabidiol (CBD) ist der wichtigste nichtpsychoaktive Cannabinoidbestandteil.
In Abhängigkeit von der jeweiligen Ausprägung und Sorte enthalten die Blüten variable Mengen von Cannabinoiden, überwiegend in Form ihrer biogenen Vorstufen, der Cannabinoid-Carbonsäuren. Durch thermische Behandlung werden diese Inhaltsstoffe zu den pharmakologisch wirksamen Substanzen Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) umgewandelt.

Anwendung

Bisher wurden über 500 Inhaltsstoffe der Cannabispflanze chemisch identifiziert, von denen das psychoaktive Tetrahydrocannabinol (THC) und das nichtpsychoaktive Cannabidiol (CBD) bisher am besten erforscht sind. Durch etablierte klinische Studien belegt ist bisher die Wirkung THC-reicher Cannabisblüten bei krankheitsbedingtem Gewichts- und Appetitverlust, wie bei HIV- und Krebspatienten, sowie die positive Beeinflussung bei Übelkeit und Erbrechen als Nebenwirkung einer Chemotherapie.
Als relativ gut gesichert gelten positive Effekte von Cannabisblüten bei chronischen Schmerzzuständen, spastischen Lähmungen, Bewegungsstörungen, Asthma und Glaukom. Günstige Wirkungen werden diskutiert bei bestimmten Epilepsieformen, Depressionszuständen und verschiedenen Entzugssymptomen (Benzodiazepine, Opiate, Alkohol).

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